Help Yourself –und plötzlich wächst ein Garten

Es gibt Songs, die man nicht einfach hört. Die man fühlt. Die einen irgendwo anfassen, wo man es nicht erwartet hatte.

„Help Yourself“ von Tom Jones war so ein Song. Für meinen Mann und mich.

Ich kann dir gar nicht genau sagen, wie er zu unserem Lied geworden ist. Das passiert ja selten durch eine bewusste Entscheidung. Irgendwann läuft ein Song und er passt. Zu dem Moment. Zu diesem Menschen. Zu dem, was zwischen euch ist.

Und dann wird er einfach euer.

Mein Mann ist nicht mehr da.

Ich schreibe das ganz einfach, weil es die Wahrheit ist. Weil schönreden nichts nützt. Und weil dieser Text sonst nicht stimmt.

Wenn „Help Yourself“ heute läuft, lächle ich trotzdem. Immer noch. Vielleicht gerade deshalb.

Vor ein paar Tagen lief der Song, und ich saß einfach da – Kaffee in der Hand, Ostfriesland im Sonnenschein, nichts besonderes zu tun. Und dann kamen plötzlich Gedanken. Nicht die schweren, die manchmal kommen. Sondern diese spielerischen, leichten. Als würde das Lied mich kurz an die Hand nehmen und sagen:

Komm mal mit. Denk kurz was Schönes.

„Bedien dich an der Liebe in meinem Herzen – dein Lächeln hat die Tür geöffnet.“

                                             

Ein Herzens-Millionär. Klar. Das ist mal eine Währung, die man nirgendwo kaufen kann.

Und dann dachte ich weiter. Über Liebe. Darüber, wie sie funktioniert. Darüber, was bleibt, wenn jemand geht.

Es gibt diesen Gedanken, der mich schon länger begleitet:

Liebe ist keine Ressource, die kleiner wird, wenn man sie gibt.

In der normalen Ökonomie ist das anders. Wenn ich dir etwas gebe, habe ich weniger. Wenn ich alles teile, bleibt mir nichts. Das kennen wir. Das lernen wir früh.

Aber Liebe funktioniert nicht so. Die vermehrt sich im Umlauf. Je mehr man gibt, desto mehr entsteht – irgendwie, irgendwo, oft an Stellen die man gar nicht geplant hatte.

Meine Gedanken sind an diesem Tag zu einem Bild gewandert.

Ein Garten.

Nicht der aufgeräumte, in dem alles beschriftet und geplant ist. Sondern einer, der lebt. In dem sich die Minze zwei Meter weiter ausgebreitet hat, als gedacht. In dem zwischen zwei Beeten eine Blume aufgetaucht ist, die niemand gepflanzt hat.

Ein Blumenstrauß ist schön. Aber er ist abgeschnitten. Seine Zukunft ist begrenzt.

Ein Garten dagegen hat Jahreszeiten. Da wächst nicht jeden Tag etwas sichtbar. Manchmal sieht es sogar so aus, als wäre alles still. Und trotzdem arbeitet unter der Oberfläche ständig etwas weiter.

Wurzeln verzweigen sich. Der Boden wird fruchtbarer. Samen, die man längst vergessen hat, tauchen plötzlich wieder auf.

Was genährt wird, vermehrt sich. Nicht laut. Nicht spektakulär. Aber beharrlich.

Und dann kam das Bild, das mich am meisten berührt hat.

Zwei Menschen. Abends. Im Halbdunkel. Eimer in der Hand.

Schnecken einsammeln.

(Das klingt nicht romantisch, ich weiß. Warte kurz.)

Weil das nämlich genau die Momente sind, die zeigen, ob jemand wirklich da ist. Nicht die perfekten Sommerabende, an denen alles blüht und man sich im Liegestuhl fühlt wie in einem Werbeclip. Sondern die, in denen es ein bisschen nervig ist, in denen man müde ist, in denen die Schnecken definitiv schneller waren – und man trotzdem lacht.

Zusammen. Im Halbdunkel. Mit Eimer.

Das ist der Punkt, an dem ein Garten aufhört, ein Projekt zu sein. Und anfängt, ein Zuhause zu werden.

Ich denke manchmal, dass Liebe genau das ist.

Nicht die großen Gesten. Nicht die Urlaubsfotos. Nicht die Momente, die man erzählt, wenn jemand danach fragt, wie ihr euch kennen gelernt habt.

Sondern die vielen kleinen Abende. Die Gewohnheiten. Der Kaffee, den jemand macht, ohne dass man fragt. Der Satz, der einem fehlt, seitdem er nicht mehr kommt.

Mein Mann ist nicht mehr da.

Und trotzdem: Der Garten ist noch hier.

Das, was zwischen uns gewachsen ist, hat sich nicht einfach aufgelöst. Es hat sich verändert. Es hat eine andere Form angenommen. Es wächst jetzt anders weiter – stiller, manchmal unerwarteter. Aber es wächst.

In dem Lächeln, das trotzdem kommt, wenn ein Song läuft.

Je mehr man gibt – desto mehr entsteht.

Nicht als Gegenleistung, nicht als Tauschgeschäft. Sondern einfach so, weil das die Mechanik dieser Währung ist.

Und irgendwann stellt man fest: Man ist reicher geworden, als man je geplant hatte. Weil man nicht aufgehört hat, weiterzugeben.

Ich glaube, das ist das Geheimnis dieser seltsamen Herzens-Währung von der Tom Jones da singt.

Sie funktioniert nicht durch Zurückhalten. Nicht durch Aufsparen. Nicht durch vorsichtiges Dosieren.

Sie funktioniert durch Umlauf.

Und vielleicht – das ist mein ganz persönlicher Gedanke – ist das auch ein Weg, mit Verlust umzugehen. Nicht als Loch, das bleibt. Sondern als Boden, der fruchtbarer geworden ist.

Nicht sofort. Nicht immer. Nicht an den schlechten Tagen.

Aber manchmal. Wenn ein Song läuft. Und man sitzt da mit Kaffee. Und lächelt.

Gärten werden manchmal wild.

Die schönsten immer.

                                     — Dagmar

Eine Frau mit blauem Rollkragenpulli und Brille lächelt dich an.
Moin, ich bin Dagmar

„Wissen ist wertlos, wenn es nicht geteilt wird.“

Genau deshalb bin ich hier.

Als leidenschaftliche Ernährungsberaterin für Frauen und Hunde verbinde ich wissenschaftlich fundierte Ernährung mit Mental Health Coaching – individuell, hormonfreundlich, darmgesund und alltagstauglich.

Mein Ziel: mehr Energie, Vitalität und innere Balance für dich – und natürliche Gesundheit für deinen Hund.
Ich unterstütze dich dabei, Stress gezielt zu reduzieren, dein Nervensystem zu stärken und deine Nährstoffversorgung nachhaltig zu verbessern.

Mit fachlicher Tiefe, ehrlicher Begeisterung und einem offenen Ohr begleite ich dich und deinen Vierbeiner auf dem Weg zu einem gesunden, genussvollen Leben.

Ganzheitlich. Persönlich. Wirkungsvoll.
Ernährung ist der Schlüssel – für Körper, Kopf und Hund.

Dagmar Meinen